Hiergeblieben!

Das Ehepaar Liermann hat zwei neue Söhne. Sie sind fleißig, lernen Deutsch. Der Staat will die beiden Afghanen trotzdem abschieben. Torsten Liermann, Ingenieur aus Schwaben, beschließt den Kampf mit diesem Staat aufzunehmen.

Manchmal, nach einem langen Arbeitstag, wenn es im Haus des Maschinenbauingenieurs Torsten Liermann im oberschwäbischen Laupheim still wird, wenn sein Sohn Ali seine Matheaufgaben gelöst hat und hoffentlich schläft, wenn seine Frau zu Bett geht und das Licht löscht, steigt Torsten Liermann in sein Zimmer unterm Dach und nimmt zwischen seinen Sammlungen Platz. Über die Jahre hat er einiges zusammengetragen, bemalte Brot- und Kaffeedosen, Spielzeugautos, Bierdeckel, Schallplatten und Sand, Sand von jedem Strand, den er und seine Frau besucht und den sie in Marmeladengläser gefüllt haben, Regalreihen von Marmeladengläsern mit rötlichem, hellem und aschefarbenem Sand. Hier sitzt Torsten Liermann in der Stille, ein 56 Jahre alter Mann mit der Aura eines Bären, selbstsicher, aber wachsam. Dann schaltet er den Computer an und zählt Tote.

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